Strategische Empfehlungen zum Footprint-Design

  • Wie kann die Analyse eines Production Footprint funktionieren?
  • Was ist bei der Verifizierung zu beachten?
  • Wie soll die strategische Neuausrichtung mit den Stakeholdern gestaltet werden?

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Viele Unternehmen stellen sich aktuell die Frage, wie der Produktions- und Logistikprozess weitestgehend optimiert werden kann. Dabei gibt es vielschichtige Ansatzpunkte, wie z.B. die Frage nach dem richtigen Standort in der Hinsicht, ob ihre Lieferanten auch in der Pandemie-Situation noch die Versorgungskette aufrecht halten können. Der durch die Corona Krise verstärkte Fokus auf die Sicherheit und Robustheit der Versorgungskette hat an Stellenwert für Unternehmen im Footprint Design klar gewonnen. Trotzdem bleibt die Analyse und die Neugestaltung des Footprints eine multidimensionale und komplexe Aufgabe, die von vielen weiteren Faktoren abhängt und den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens maßgebend beeinflussen wird.

Analyse eines Production Footprints

Zunächst können die Lohnkosten ein Anstoß der Überlegungen zu einem veränderten Footprint sein. Allein in Europa besteht eine Lohnkosten-Bandbreite von 5€/h bis 40€/h in einzelnen Regionen, was erhebliche Auswirkungen auf die Fixkosten hat. Aber auch die Kapazitätsauslastung, Transportkosten, unnötige Redundanzen, der richtige Ressourcen-Einsatz, der Zugang zu qualifiziertem und hochqualifiziertem Personal sowie eine entsprechende Lieferantenstruktur spielen eine entscheidende Rolle. All diese Einflüsse und Komponenten eines Produktions- und Logistikprozesses können im Rahmen einer Analyse eines Production Footprints aufbereitet und ausgewertet werden. Eine konkrete Handlungsempfehlung für die Produktion und Logistik lässt sich dann genauso ableiten, wie übergreifende Einsparungspotentiale.

Wie funktioniert eine Footprint-Analyse?

Eine Footprint-Analyse setzt eine vielschichtige Datenerhebung in unterschiedlichen Bereichen voraus. Bspw. werden die benötigte Produktionsfläche, der Anteil der Personalkosten, der Produktlebenszyklus genauso in die Betrachtung eingezogen, wie der Umsatz oder die Absatzmärkte. Lohnkosten können so z.B. ins Verhältnis zu den Transportkosten gesetzt, eine Transportkosten-Kalkulation mit -Matrix erstellt oder eine Herstellkostenanalyse erhoben werden. Das Ergebnis der Analyse ist ein Steckbrief zu Produktfamilien und Restriktionen auf der Produktebene zur weiteren Netzwerkplanung.

 Inhalt einer Footprint Neugestaltung

  • Stufe 1 „Strategische Zielsetzung“: Zunächst geht es darum die strategischen Ziele zu definieren und den Sense of Urgency transparent darzustellen, so dass Stake- und Shareholder an einem Strang ziehen können.
  • Stufe 2 „Ist-Analyse“: In einem nächsten Schritt wird die Ist-Situation erfasst, die sich idealerweise in eine Analyse der Wertschöpfung und des Marktes/Kunden untergliedert. Dabei können u.a. folgende Analysetechniken hilfreich sein: Portfolio-Analyse, Trendanalysen, Absatzprognose, technologische Trendanalysen, Prozesskostendarstellungen, Segmentierungsanalysen usw.
  • Stufe 3 „Entwicklung von Footprint Alternativen“: Aufbauend auf die vorangegangenen Stufen werden Footprint Alternativen entwickelt. Je nach strategischer Zielsetzung wird das Zusammenlegen von Standorten diskutiert, der Aufbau von neuen Standorten, um neue Märkte zu erreichen oder Wachstum realisieren zu können usw.
  • Stufe 4 „Simulationsmodell“: Um die Footprint Alternativen objektiv bewerten und vergleichen zu können, kann der Aufbau eines Simulationsmodells und der Test von unterschiedlichen Szenarien sinnvoll sein. Hierbei können Transport- und Lieferzeiten, Transportkosten, Bestandskosten uvm. gegenüber gestellt werden.
  • Stufe 5 „Footprint Auswahl“: In der nächsten Stufe werden die Ergebnisse aus dem Simulationsmodell (messbare KPIs) mit weiteren qualitativen Bewertungskriterien für jede Footprint Alternative ausgewertet. Die Entscheidung fällt auf die Footprint Alternative mit dem höchsten Zielerfüllungsgrad.
  • Stufe 6 „Detailliertes Verlagerungskonzept/Detailplanung Standortaufbau“: Je nach ausgewählter Footprint Alternative folgt daraufhin die weitere Ausplanung der Standortverlagerung oder bei einer Neuplanung/ Erweiterungsplanung (Greenfield/ Brownfield) die detaillierte Fabrik- oder Lagerplanung.

Die inhaltlichen Punkte müssen allerdings durch weitere Faktoren begleitet werden. Dazu zählt ein Team mit den richtigen Kompetenzen und Fähigkeiten und der Einsatz der richtigen Methoden und Werkzeuge. Gerade hier können klassische Tabellenkalkulationsprogramme die oft äußerst komplexen Zusammenhänge nicht mehr richtig abbilden und müssen dann ggf. durch Spezialsoftware ersetzt werden.

Was sind die größten Fehler in der Restrukturierung des Footprints?

  • Unzureichendes Verständnis und mangelnde Transparenz der Prozesse
  • Fehleinschätzungen der lokalen Situation
  • Unüberlegtes Festlegen der Fertigungstiefe bzw. Make or Buy
  • Unterschätzte Investitionen und Folgekosten
  • Effizienz und Qualitätsverluste im oft zu langen bzw. unzureichend geplanten Hochlauf

Take away: Die Neuausrichtung des Footprint Design ist eine komplexe, strategische Aufgabe. Sie haben in der Regel nur einen Versuch und dieser sollte perfekt platziert sein, denn „Webfehler“ im Footprint können desaströse Auswirkungen für Ihr Geschäft haben.